Viele Sales-Teams aus Deutschland übertragen ihre Cold-Calling-Routine eins zu eins nach Österreich. Genau das ist der Fehler. Das österreichische Recht ist beim Telefon deutlich strenger. Wer das weiß, plant den Erstkontakt anders und kommt trotzdem an Termine.
Was das Gesetz in Österreich sagt
Maßgeblich ist das Telekommunikationsgesetz, genauer § 174 TKG 2021 („Unerbetene Nachrichten“). Die Kernregel: Anrufe zu Werbezwecken ohne vorherige Einwilligung sind unzulässig. Das Gesetz unterscheidet dabei nicht zwischen Privatpersonen und Firmen, die Regel gilt laut Wirtschaftskammer auch im B2B.
- Vorherige Einwilligung: Das Ja muss vor dem Werbeanruf da sein. Ein Anlass auf der Webseite der Firma reicht nicht.
- Jederzeit widerrufbar: Wer zugestimmt hat, kann das jederzeit zurücknehmen.
- Rufnummer sichtbar: Bei Werbeanrufen darfst du deine Nummer weder unterdrücken noch verfälschen.
- E-Mail ebenso: Werbung per E-Mail braucht eine vorherige Einwilligung. Eine enge Ausnahme gilt für eigene Kunden.
Kurzer Überblick, keine Rechtsberatung.
Österreich, Deutschland, Schweiz im Vergleich
| Österreich | Deutschland | Schweiz | |
|---|---|---|---|
| Cold Call an Firmen | nur mit vorheriger Einwilligung | mit mutmaßlicher Einwilligung | erlaubt, außer die Firma hat einen Sterneintrag im Telefonverzeichnis |
| Werbe-Mail an Firmen | nur mit Einwilligung | nur mit Einwilligung | nur mit Einwilligung |
| Rechtsgrundlage | § 174 TKG 2021 | § 7 UWG | Art. 3 Abs. 1 lit. u und o UWG |
Mehr zur Lage in Deutschland steht im Ratgeber Kaltakquise B2B.
Was bei Verstößen droht
Unerlaubte Werbeanrufe sind in Österreich eine Verwaltungsübertretung, zuständig ist das Fernmeldebüro. Dazu kommen Klagen von Mitbewerbern. Der größere Schaden ist oft ein anderer: In einem kleinen Markt wie Österreich spricht sich ein aufdringlicher Anbieter schnell herum.
Fünf Wege, die in Österreich erlaubt sind
- Der persönliche Brief mit Anlass. Briefwerbung an Firmen ist erlaubt. Schreib an den Ansprechpartner, nenn den konkreten Anlass und biete einen Rückruf an. Wer antwortet, hat eingewilligt.
- Anfragen über deine Webseite. Ein Formular mit der Frage „Dürfen wir Sie anrufen?“ liefert die Einwilligung gleich mit.
- Inhalte mit Rückruf-Wunsch. Ein Ratgeber, eine Checkliste, ein Webinar. Wer sich anmeldet, kann dem Anruf ausdrücklich zustimmen.
- Messen und Veranstaltungen. Im persönlichen Gespräch fragst du, ob du dich melden darfst. Notier die Zusage.
- Empfehlungen. Ein Kunde stellt den Kontakt her, der Empfohlene sagt Ja zu einem Gespräch.
Wichtig: Dokumentiere jede Einwilligung, mit Datum und Weg. Im Zweifel musst du sie belegen.
Ein Ablauf, der in Österreich funktioniert
Der Anlass ist in Österreich sogar noch wichtiger als in Deutschland. Ein Brief ohne konkreten Grund landet im Papierkorb. Ein Brief, der zeigt, dass du das Problem der Firma verstanden hast, bekommt eine Antwort.
Wie Vega Leads dabei hilft
Vega Leads liefert dir die Firmen mit Anlass und Ansprechpartner, auch in Österreich. Wie dein Team den ersten Kontakt herstellt, legen wir im Setup gemeinsam fest, passend zum Recht des Landes.
- Anlass pro Firma: Zu jedem Lead steht, warum er passt. Das ist der Kern für den Brief und später für den Call.
- Geprüfte Ansprechpartner: Ein zweiter Agent prüft jeden Lead, damit dein Brief bei der richtigen Person landet.
- Cockpit für dein Sales-Team: Pipeline, Notizen und Termine an einem Ort. Die Einwilligung notierst du direkt am Lead.
- Sperrliste für alle: Wer Nein sagt oder widerruft, wird von niemandem im Team mehr kontaktiert.
Häufige Fragen
Ist Kaltakquise am Telefon in Österreich erlaubt?
Nur mit vorheriger Einwilligung. Nach § 174 TKG 2021 sind Anrufe zu Werbezwecken ohne vorherige Einwilligung unzulässig, und zwar auch gegenüber Unternehmen. Eine mutmaßliche Einwilligung wie in Deutschland reicht nicht.
Darf ich in Österreich B2B-Werbe-Mails ohne Einwilligung schicken?
Grundsätzlich nein. Werbung per E-Mail braucht auch in Österreich eine vorherige Einwilligung. Eine enge Ausnahme gilt für eigene Kunden mit ähnlichen Produkten, wenn sie widersprechen können und nicht in der ECG-Liste stehen.
Was droht bei unerlaubten Werbeanrufen in Österreich?
Verstöße werden als Verwaltungsstrafsache geahndet, zuständig ist das Fernmeldebüro. Dazu können Klagen von Mitbewerbern kommen.
Wie komme ich in Österreich trotzdem an Termine?
Über Wege, die eine Einwilligung einholen oder keine brauchen: ein persönlicher Brief mit konkretem Anlass, Messen und Veranstaltungen, Empfehlungen, Inhalte mit Rückruf-Wunsch und Anfragen über die Webseite. Angerufen wird, sobald die Einwilligung da ist.
Sieh, welche Firmen in Österreich gerade einen Anlass haben.
Im Demo-Call zeigen wir dir das Cockpit mit Leads aus deiner Zielgruppe und besprechen, wie dein Team in Österreich sauber an Termine kommt.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Grundlagen: § 174 TKG 2021, Informationen der Wirtschaftskammer Österreich.